Karl Ess – vegan macht stark

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Berlin, Frühlingsstart. Wir treffen uns mit Karl Ess. Ein Kraftpaket. Ein Strahlemann. Bei ihm stimmen auch die inneren Werte. Aber der Reihe nach. Wir haben Zeit und begleiten Karl einen Tag durch die Hauptstadt der veganen Idee, Berlin.

Beim Frühstück im Goodies in der Schievelbeiner Straße im Prenzlauer Berg bekommt Karl erstmal einen extragroßen grünen Smoothie. Das Glas wirkt nur mickrig im Vergleich zu seinen Oberarmen. »Das Beste für einen starken Einstieg in den Tag.«, sagt er. Dazu köstliche Wraps. Der Mann hat eine laute Stimme. Er weiß, was er will. Und er sammelt gleich Pluspunkte. Karl ist laut, aber herzlich. Kein Angebertyp. Nicht nur äußerlich in Topform. Aber das Äußerliche, das Körperliche fasziniert. So kann ein Veganer aussehen. Es ist 2016. Karl Ess lebt seit 2011 vegan. Herr Ernährungsminister Schmidt, bitte zuhören, Karl Ess sagt uns, er sei nicht trotz seiner veganen Ernährung in Topform, sondern gerade wegen. Ein Vorbild für die Jugend. Wieso schickt man solche Vorbilder nicht durch die Schulen? Wie gesund könnte unsere Gesellschaft dann sein. Weit gesünder und fitter. Aber solange es »Schulmilch« gibt und Ernährungsminister vor der veganen Ernährung »warnen« bleibt das noch ein Traum. Doch zurück zur Realität.

Als Karls Großvater am Herzen erkrankte, hörte Karl dem Arzt seines Opas sehr genau zu. Der erklärte ziemlich detailliert, dass Herzerkrankungen etwas mit dem zu tun haben, was wir essen. Karl setzte genau das für sein Leben in die Wirklichkeit um. Ja, es gibt auch Ärzte, die ihrer Zeit etwas voraus sind, sich die wirklich spannenden Forschungsergebnisse genauer anschauen. Nichts mehr vom Tier!

Als Karl Ess mit seiner Idee begann, entwickelten sich Schritt für Schritt nicht nur Muskeln, sondern auch das Wissen über die Wirkkräfte pflanzlicher Nahrungsmittel und Nährstoffe. Ungelogen gehört Karl Ess deshalb heute auch zu den Superstars der Fitnessszene. Aber er ragt aus mehreren Gründen aus der Szene hervor. Weil er vegan ist, weil er auf natürliche Nahrung steht und weil er optisch Vorbild für ein Millionenpubli kum ist. Bei Youtube zieht er hunderttausende in seinen sportlichen Bann. Er überredet niemanden, aber überzeugt um so mehr. Auch von der veganen Idee. Ein Veganer Hedonist zu sein, dazu bekennt sich Karl Ess. Was mich persönlich dabei freut: Er verleugnet dabei die ethische vegane Idee ganz und gar nicht, sondern bekennt sich begeistert dazu. Karl Ess möchte wie wir alle das Unrecht an den Tieren sofort abschaf fen, ganz klar. Aber seine Mission ist es, Menschen dabei zu helfen, sich besser zu fühlen oder sogar zur Topform zu kommen.

Karl Ess hat Ende letzten Jahres ein neues Onlinefitnessprogramm veröffentlicht. Es heißt »Bodywork 360 Grad« und kombiniert Ernährung und Training. Außerdem hat er eine vegane Nahrungsergänzungsmarke aufgebaut: Profuel. Er ist auch ein Teil hinter Gymaesthetics, einer eigenen Sportbekleidungslinie. Das geballte Kraftpaket ist nicht auf den Kopf gefallen. Karl hat Wirtschaftsingenieurswesen studiert.

Bilder zeigen manchmal mehr als tausend Worte. Blättern sie mal durch unseren Tag. Nicht nur im cross fit Gym macht Karl eine perfekte Figur. Übrigens sind das die Gyms, die nicht den Vorurteilen über Bodybuildingclubs entsprechen. Die cooleren crossfits erinnern eher an die Turner des 19. Jahrhunderts. Das Wort »Turner« an dieser Stelle bitte mit einem deutschen »u« aussprechen. Hier kommen auch die Ringe wieder zum Einsatz. Ganz doof war man vor der vorletzten Jahrhundertwende in Sachen Sport und Fitness offenbar nicht. Und ästhetischer sieht so ein crossfit Gym natürlich auch aus. Passt auch besser zum Naturburschen Karl Ess.

Beim Joggen ist er übrigens ebenfalls in Hochform. Karl ist ganz und gar kein unbeweglicher Muskelmann. »Bodywork 360 Grad« passt. Ob im Blumenladen oder beim Einfangen der ersten richtigen Frühlingssonnenstrahlen merkt man: Da strahlt auch innerlich was. Vegan macht stark. Vegan befreit. Und weil uns Karl Ess heute alle begeistert hat und uns ans Herz gewachsen ist, wollen wir ihn ab sofort als Coach und Kolumnist im Veganmagazin dabei haben.

Das sagen wir jetzt hier mal quasi »durch die Blume«. Wieso macht vegan stark? Vegan macht innerlich stark und ermöglicht es auch, in körperliche Topform zu kommen.
Vegan befreit: von einem schlechten Gewissen, von gesundheitlichen Gefahren und bedeutet auch Freiheit für die, die nicht sprechen können. Das alleine ist schon stark. Wir freuen uns, dass Karl Ess einer der veganen »Gladiators« von Peta und auch einer der neuen Veganbotschafter der veganen Gesellschaft Deutschland ist. Karl Ess hat sein letztes Wort hier noch nicht gesprochen.

Text: Christian Vagedes Fotos: Cristobal Rey

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